SPD-Ortsverein Werdohl

Wir kümmern uns!

Evangelisch/katholisch oder städtisch?

Am 9.06. verkündet die WR: „Ganztagsschule: Förderantrag genehmigt“

Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Was schon Manfred Wolf versuchte, ist Siegfried Griebsch nun endlich gelungen, die Einführung der „Offenen Ganztagsgrundschule“ in Werdohl.

Die Empfänger der Förderung, so der weitere Zeitungstext, sind die städtische Grundschule in Kleinhammer und die evangelische und katholische Grundschule.

Diese Unterscheidung zwischen „städtisch“ und „ev. bzw. kath.“ stützt die immer noch weit verbreitete Meinung, es gäbe in Werdohl Grundschulen in städtischer und kirchlicher Zuständigkeit, so wie bei den Kindergärten. Dies ist schlicht falsch. Alle Grundschulen befinden sich zu 100% in städtischer Trägerschaft und werden ausschließlich aus Steuergeldern finanziert. Die Lehrerinnen und Lehrer bezahlt das Land NRW.

Richtig wäre es, zwischen Gemeinschaftsgrundschule und Bekenntnisgrundschule zu unterscheiden. An einer Gemeinschaftsgrundschule sind alle Kinder willkommen. Eine Bekenntnisgrundschule darf nur besuchen, wer dem jeweiligen Bekenntnis angehört oder dessen Eltern eine Beschulung in dem betreffenden Bekenntnis wünschen. So sagt es das Schulgesetz.

Haushaltsrede 2010

des SPD Fraktionsvorsitzenden Cornelius Böttcher

Es gilt das gesprochene Wort.

Sperrfrist: 22. 03. 2010; 17.00 Uhr

Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren.
Sie haben es sicher auch gelesen, Werdohl stand in der Zeitung, auf der Titelseite.
„62 Kommunen vor dem Kollaps“. Wir sind namentlich nicht erwähnt. Aber wir sind dabei. Mittendrin in der Spitzengruppe!
Wir sind Teilnehmer eines paradoxen Rennens, bei dem jeder Letzter und keiner Erster werden will. Denn auf den vorderen Plätzen fahren die Verlierer.
Der Start erfolgte 1980 weitgehend unbemerkt. Bis dahin ging es Werdohl gut.
Als konzerngeprägte Stadt mit tausenden von Arbeitsplätzen und überdurchschnittlichem Lohnniveau, war die damalige Lohnsummensteuer eine ergiebig sprudelnde Einnahmequelle.
Ihr Wegfall 1980 machte erstmals eher lästige und wenig aufregende Sparmaßnahmen nötig, was jedoch immer zu einem ausgeglichenen Haushalt führte.
Mit dem ersten Haushaltssicherungskonzept 1995 nahm das Rennen jedoch Fahrt auf. Von einer Durststrecke war die Rede, die es nur durchzuhalten galt.
Das Bild einer sich immer weiter öffnenden Schere zwischen wegbrechenden Einnahmen bei steigenden Ausgaben sollte die Lage veranschaulichen.
In guten Zeiten auf die hohe Kante gelegtes städtisches Tafelsilber wurde veräußert und Sparrunden gefahren, um die Ausgaben zu vermindern.
Sieben Jahre war diese Strategie erfolgreich. Sie endeten mit der bitteren Erkenntnis, dass es sich bei unserer Finanzmisere nicht um eine Durststrecke, sondern um eine Daueraufgabe handelte.
Ohne weiteres Tafelsilber war das Abgleiten in den Nothaushalt 2002 unvermeidlich. Heute ist unbestritten, Werdohl kann sich, wie zunehmend mehr Städte und Gemeinden im Lande, ohne Hilfe aus seiner katastrophalen Finanzlage nicht befreien.
Selbst im Jahre 2007, das war das Jahr mit einer überragenden Gewerbesteuer-einnahme von 17,4 Mill. €, konnten wir dem Nothaushalt nicht entfliehen.
Wer aber schon im Boom keine Rücklagen bilden kann, wie soll der eine Rezession überleben?
Der Spruch von Mark Twain – „Von jetzt an werde ich nur soviel ausgeben wie ich einnehme, selbst wenn ich mir dafür Geld borgen muss“, wurde notgedrungen zum Leitsatz für unseren (Not)Kämmerer.
Es dauert nicht mehr lange, dann werden die Kassenkredite von jetzt 27 Mill. € über unseren jährlichen Einnahmen liegen. Das ist dann so m.D.u.H., als würden Sie Ihr Girokonto um ein Jahresgehalt überziehen.
Wir spüren es ganz deutlich, wie wir, nach langer Fahrt, in einem atemberaubenden Tempo mit einer beängstigenden Beschleunigung auf eine Wand zu rasen, ohne die geringste Möglichkeit, den Crash zu verhindern. Und dieser Crash ist gesetzlich verordnet, denn Bund und Land entscheiden per Gesetz über die Aufgaben der Kommunen und deren Wahrnehmung. Bei der Abschätzung der Folgekosten verschätzen sie sich jedoch immer zu ihren Gunsten und zu unseren Lasten.

Und deshalb hat unser Landrat Recht, wenn er deutlich macht, dass nicht Politik und Verwaltung vor Ort, sondern die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen durch Bund und Land für die kommunale Krise verantwortlich sind.
Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie sich Bund und Land scheibchenweise aus der Verantwortung gestohlen haben. Das fängt bei einer nicht bedarfsgerechten Feuerwehrpauschale an, zeigt sich an einer Verdoppelung der kommunalen Beteiligung an der Krankenhausfinanzierung, wurde vor Ort erkennbar bei der Diskussion über die Höhe der Kindergartenbeiträge, der ungenügenden Landesbeteiligung bei KIBIZ, und den nicht ausreichend gelösten Finanzierungsfragen sozialpolitischer Versprechen, wie z.B. die Kinderbetreuung von unter Dreijährigen. Besonders gravierend sind die erdrückenden Lasten für den Kreis bei den Kosten aus Hartz IV und für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, bei einer völlig inakzeptablen finanziellen Beteiligung des Bundes. Diese Belastungen wachsen dramatisch und belasten unseren Haushalt über eine unaufhaltsam steigende Kreisumlage. Dies führt unweigerlich zur Handlungsunfähigkeit und tötet die kommunale Selbstverwaltung. Das ist verfassungswidrig.
Umso erfreulicher ist es, dass der Schulterschluss aller Bürgermeister des MK nun gelungen ist und endlich auch der Protest innerhalb des Kreises nach außen tritt. Eine Verfassungsklage ist in Vorbereitung.

Wir können wenig tun und müssen weiter auf Hilfe hoffen. Aber es gibt auch positive Signale im Land:

Das SPD-Präsidium hat einen Rettungsschirm für Kommunen beschlossen und in den Bundestag eingebracht.
Die Landes-SPD hat dem Landtag einen „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ vorgeschlagen.
Beim Solidarpakt Ost wächst die Zahl der Befürworter für das von Hannelore Kraft schon lange geforderte Prinzip „Bedürftigkeit vor Himmelsrichtung.
Auch CDU – Fraktionen im Ruhrgebiet schlagen Alarm. Sie fordern ein „Sofortprogramm gegen die drohende Überschuldung und die Ausklammerung von strukturschwachen Städten von den Zahlungen für den Fonds Deutsche Einheit.“ (WR 11.03.10)

Welche bescheidenen kommunalpolitischen Möglichkeiten bleiben uns?

Lassen sie uns den Spaghat zwischen dem notwendigen Sparen und dem Erhalt der Lebensqualität für unsere Bürger und der Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt auch weiterhin versuchen.
Bei der Kritik an der Höhe der Kreisumlage sollten wir uns nicht auf die alljährlichen Protestaktionen unserer Bürgermeister beschränken, sondern die Investitions- und Ausgabepraxis des Kreises ganzjährig mit im Blick haben.

Möglichkeiten von Personaleinsparungen sollten wir wahrnehmen, wo sie sich sozialverträglich anbieten.
Nachdem sich die Verwaltung in der letzten Legislatur, bürgermeisterlich verordnet, in mehreren teuren Umorganisationen vorwiegend mit sich selbst beschäftigt hat, haben Sie, Herr BM, uns ein zukunftsgerichtetes Personalkonzept vorgelegt. Es zeigt Handlungsmöglichkeiten und Spielräume auf und weist auf Einsparpotenziale hin.
Es ist wohltuend und vernünftig, dass Sie Ihre unbestrittene Personalhoheit nicht gegen, sondern mit dem Rat und mit den Rathausbediensteten ausüben wollen.

In Ihrer HH-Rede, vor allem aber in Ihrer Rede beim SIHK – Gespräch, haben Sie auf die großen sozialen, strukturellen und demographischen Herausforderungen für Werdohl hingewiesen.
Sie zu bewältigen, bedarf es zahlreicher Aktivitäten. Sie setzen auf Kooperationen mit Nachbarstädten und haben sich bereits auf den Weg gemacht.
Sie halten es für wichtig, innerörtliche Prozesse, z.B. im Bereich Marketing oder verwaltungsinterne Organisationsprozesse, auch motiviert durch den sogen. „Fall Düsternsiepen“, zu optimieren und haben damit begonnen.
Sie haben die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements auf Ihre Fahne geschrieben und Sie sehen die Wirtschaftsförderung als eine städtische Daueraufgabe und wollen sie intensivieren.
Im Augenblick habe ich eher den Eindruck, die Wirtschaft fördert uns.
Wie stünde es sonst um die Jugendarbeit der Vereine, unsere Kinderspielplätze, Aktionen von Kindergärten und Schulen, den Bahnhof, die geplante Treppe von der Vossloh – Brücke auf die Lennepromenade?
Diese umfängliche Stadtförderung der Wirtschaft zeigt im Kleinen wie im Großen Verbundenheit und Identifikation mit Werdohl und das Interesse an einer gemeinsamen, partnerschaftlichen Verantwortung für die örtliche Gemeinschaft.
Des Weiteren wollen Sie den demographischen Wandel mit seinen konkreten Auswirkungen auf die verschiedensten Lebensbereiche in Werdohl stärker in den Blick nehmen. Wir empfehlen die „Wiederbelebung“ des bereits bestehenden Arbeitskreises.
Wir müssen die Integration weiter vorantreiben und bauen auf den neuen Integrationsausschuss.
Sie haben das Thema Bildung in seiner wachsenden Bedeutung herausgestellt und auf die Wichtigkeit von Sprachkursen an den KITAS und für Erwachsene an der VHS hingewiesen. Es scheint Ihnen zu gelingen, endlich die offene Ganztagsschule in Werdohl einzuführen.
Sie haben auch gesagt, Sie wollen alles auf den Prüfstand stellen. Auch wir halten es für unerlässlich, selbstkritisch zu hinterfragen, ob wir mit den Leistungen, die wir anbieten, tatsächlich die angestrebten Ziele erreichen und worauf wir verzichten können oder gar verzichten müssen.
Unverzichtbar dabei ist eine transparente und ehrlich geführte Bestandsaufnahme. Nur wenn unseren Bürgerinnen und Bürgern die tatsächliche Lage bekannt ist, können wir von ihnen auch für unpopuläre Entscheidungen Verständnis und Unterstützung erwarten.

Sie haben sich auch als Mensch mit einem ausgeprägten Hang zum Optimismus zu erkennen gegeben.
Den können wir aktuell z.B. beim Warten auf die Bewilligung von Fördermitteln für das Programm „Stadtumbau West“ alle gut gebrauchen. Denn davon hängt viel für die Weiterentwicklung Werdohls ab. Wir könnten einen großen Schritt nach vorn machen. Bleiben wir also zuversichtlich.

Das sind auch nach unserer Auffassung die kommunalen Schwerpunkte der kommenden Jahre. An ihnen müssen wir intensiv gemeinsam arbeiten. Dabei werden Sie uns an Ihrer Seite haben. Auf diesem Weg unterstützen wir Sie gerne.

Ihr Start ins BM – Amt verlief turbulent. Das ist uns nicht verborgen geblieben. Sie hatten keine Schonfrist, sondern mussten von Anfang an auf zahlreichen Baustellen gleichzeitig tätig werden. Es hat sich teilweise jetzt schon gelohnt. In Ihrem Hause jedenfalls geht es spürbar entspannter zu. Das ist Ihr Verdienst.

Nun liegt überflüssigerweise, gleich zu Beginn Ihrer Amtszeit, ein Thema auf dem Tisch, über das in den letzten 20 Jahren immer mal wieder unter wechselnden Vorzeichen intensiv gestritten wurde. Und wenn Sie es nicht schon gewusst haben, spüren Sie spätestens jetzt: Beim Thema Schule, und gar noch Bekenntnisgrundschule, betritt man in Werdohl vermintes Gelände.

Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, ist dieses Thema ein echter Prüfstein für den konkreten Umgang mit den o.g. politischen Schwerpunkten, treffen sie doch hier direkt aufeinander.
Welchen Stellenwert hat Integration oder will man eigentlich Segregation? An wen wird bei Bildung gedacht? An die Elite oder die sozial Benachteiligten? Wie transparent und ehrlich wird eigentlich argumentiert? Wie verlässlich sind unsere Entscheidungen für die Wirtschaft? (Woge) Wie ernst ist Sparsamkeit gemeint? Wird der demographische Wandel berücksichtigt? Wie wichtig ist bürgerschaftliches Engagement? Stehen Einzelinteressen vor dem Gemeinwohl?

Sie bemühen sich in dieser Gemengelage erkennbar um Neutralität und größte Sachlichkeit. So bleiben Sie mit allen Seiten im Gespräch, was keine leichte Aufgabe ist.

Möge sich die positive Zusammenarbeit während unserer Haushaltsberatungen mit Ihnen, den Herren Grabs, Mitschke, Schmidt und Reuthe auf die gesamte Verwaltung und den Rat zum Wohle unserer Stadt auswirken.

Cornelius Böttcher

Informationen zum Thema Stadtklinik am 10. März 2010!

Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Werdohl besuchten am 04.03.2010 das Klinikum in Hellersen. Gemeinsam mit  Bürgermeister Siegfried Griebsch erhielten sie aktuelle Informationen zum Thema Werdohler Stadtklinik durch die GeschäftsfühDSC_0021rer Schwilk und Schüwer. Diese Informationen sollen nun in eine öffentlichen Veranstaltung einfließen. Die Diskussionsveranstaltung findet am 10.März um 19:00 Uhr im Restaurant “Vier Jahreszeiten” in Werdohl statt, sie ist eine gemeinsame Veranstaltung der Werdohler SPD-Fraktion und der FDP. Sie setzt die 2007 mit dem Thema “Lennetz” begonnen Informationsreihe fort.  Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungsreihe steht die ärztliche und Krankenhaus-Versorgung in Werdohl. An der Veranstaltung am 10 März werden unter anderem der SPD-Landtagskandidat Michael Scheffler - er hat Erfahrungen aus dem Überlebenskampf des Krankenhauses Letmathe – sowie die SPD-Kreistagsabgeordneten Angelika Machelet und Uli Duffe teilnehmen. Beide sind Mitglied im Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken; Duffe ist auch der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Kreistags-Fraktion. Zu dieser Veranstaltung lädt die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Werdohl herzlich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein.


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Ausschüsse wurden besetzt

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Werdohl übernimmt in folgenden Ausschüssen den Vorsitz:

Jugendhilfeausschuss:          Cornelius Böttcher

Sozialausschuss:                    Rolf Neuhäuser

Schulausschuss:                    Andreas Späinghaus

Sanierungskommission:      Peter Rittinghaus

In der konstituierenden Ratssitzung wurde Andreas Späinghaus, trotz polemischer Äußerung der WBG im Vorfeld der Wahl, zum zweiten stellvertretenden ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.

Cornelius Böttcher – Das komplette WR-Interview

Die SPD Werdohl sucht einen Bürgermeister-Kandidaten. Wie wär`s mit Ihnen ?

Es ist sehr freundlich von Ihnen, mich das zu fragen. Es wird aber definitiv keinen Bürgermeister-Kandidaten Cornelius Böttcher geben. Das steht lange fest.

Wenn nicht Sie, wer dann? Gibt es ein Nachwuchs- Problem in der Werdohler SPD.

Dass wir kein Nachwuchsproblem haben, wird spätestens dann zu erkennen sein, wenn wir unsere Wahlkreiskandidaten öffentlich benennen. Da wird es einige neue Köpfe geben. Gleichwohl freuen wir uns natürlich über jedes neue Mitglied.

Für die Bürgermeisterkandidatur haben wir einige Optionen in unseren eigenen Reihen. Zunächst war unser Ansatz jedoch, einen parteienübergreifenden Kandidaten zu finden. Dabei hat uns die FDP tatkräftig unterstützt. Spätestens seit der Nominierung von Heiner Burkhardt ist klar, dass es dazu leider nicht kommen wird.

Wir haben viele sehr aufschlussreiche Gespräche mit potentiellen Kandidaten und Kandidatinnen innerhalb und außerhalb der Partei und Werdohls geführt.

Es ist nicht leicht, für dieses schwere Amt jemanden zu gewinnen, der auch die notwendige Kompetenz hat. Nicht viele passten in unser Anforderungsprofil.

Nicht jeder ist nach gründlicher, selbstkritischer Prüfung und Gesprächen mit vertrauten Personen zu dem Ergebnis gekommen, dass Bürgermeister(in) von Werdohl zu sein eine Lebensperspektive für ihn ist.

Kandidat Burkhardt von der CDU punktet schon kräftig. Verliert die SPD nicht an Boden, wenn sie sich noch Zeit lässt?

Ich habe keinen Überblick über die Punktekonten anderer Kandidaten. Dass irgendwo kräftig gepunktet wird, kann ich auch nicht erkennen. An Boden verlieren wir nicht, da unsere kommunalpolitischen Aktivitäten ja deshalb nicht ruhen. Wir werden aber deutlich an Zuspruch gewinnen, wenn wir unsere(n) Kandidatin(en) benannt haben, davon bin ich überzeugt.

Wir haben immer gesagt, dass wir vor der Nominierung eines Kandidaten erst einmal abwarten wollen, bis der endgültige Wahltermin feststeht. Das tut er jetzt wohl. Darum werden wir auch zeitnah, wenn die Fraktion und der Parteivorstand zu einem Ergebnis gekommen sind, der Mitgliederversammlung einen Vorschlag unterbreiten. Das ist zwar ein aufwendiges und langwieriges Verfahren, aber wie wichtig es ist, eine Kandidatur möglichst breit in der Mitgliederschaft zu verankern, zeigen jetzt die Vorgänge bei der Neuenrader CDU. Mein Wunschkandidat steht jedenfalls fest.

Stehen Sie auch nach der Kommunalwahl als Fraktionsvorsitzender zur Verfügung?

Auf jeden Fall stehe ich bis zur Kommunalwahl zur Verfügung. Was nach der Wahl sein wird, bleibt abzuwarten. Vieles hängt auch vom Wahlergebnis ab. Die neue Fraktion wird dann ihren Vorsitzenden wählen. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, noch einen Nachfolger einzuarbeiten.

Welche Themen spielen denn für die SPD bei der Kommunalwahl eine Rolle?

Unser komplettes Wahlprogramm wird Anfang Juni erscheinen, wo unsere kommunalpolitischen Ziele benannt sein werden.

Die städtischen Finanzen werden uns zukünftig mehr denn je beschäftigen. Hier werden unsere Sorgen eher zunehmen. Es wird darauf ankommen, alles in guten Jahren Erreichte mit intelligenten Konzepten zu erhalten und weiter zu entwickeln. Ganztagsgrundschule, Stadtentwicklung, Bahnhof und Sportstätten stehen auf der Tagesordnung. Die Chance, uns an der Regionale 2013 zu beteiligen, sollten wir unbedingt nutzen. Sauberkeit und Sicherheit sind weiterhin wichtige Themen. Wir müssen systematischer den demographischen Wandel gestalten sowie Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing intensivieren. Hier wurde einiges an Vorsprung verspielt.

Wenn Sie so nach links blicken, sehen Sie da einen Gegner oder einen möglichen Koalitionspartner?

Wenn ich nach links blicke, sehe ich auf Bundesebene eine bunt zusammen gewürfelte Mannschaft, die den Menschen das Blaue vom Himmel verspricht und damit leider einen gewissen Zulauf hat. Wer so arbeitet, kann nicht ernsthaft Gegner sein und Koalitionspartner ebenso wenig. Auf kommunaler Ebene kann ich links zur Zeit noch keine klaren Konturen erkennen..

WBG will angegriffen werden

Herr Janikowski (Vorsitzender WBG) beschreibt in einem Leserbrief die Angriffe in der Ratssitzung vom 10.03.2009  gegen die WBG als enttäuschend. Er selber hat an der Ratssitzung als Besucher nicht teilgenommen!  Welche Angriffe meint er? In seiner Haushaltsrede hat der SPD-Fraktionsvorsitzende, Cornelius Böttcher, die WBG nicht angegriffen, sondern es als positiv bezeichnet, dass niemand in Werdohl die Gedankenspiele der WBG aufgegriffen hat. Herr Janikowski kann die Haushaltsrede auf dieser Seite lesen.

Legt Thomas Janikowski Wert auf ein schlechtes Klima in dieser Stadt? Möchte die WBG unter allen Umständen erreichen, dass sich politisch Handelnde beschimpfen und angreifen? Will die WBG eine Schlammschlacht im Kommunalwahlkampf? Bisher war das Klima unter den politisch Handelnden und den im Rat vertretenen Partien gut!

Möchte Herr Janikowski erreichen, das sich die Politik in Werdohl auf sein Niveau begibt?

Wer öffentlich im Jahr 2007 fordert, dass der Werdohler Bahnhof abgerissen werden soll, wenn er keiner Nutzung zugeführt werden kann, muss damit rechnen, dass man ihn genau an diesen abstrusen Forderungen misst. Wer in einer WBG-Veranstaltung im November 2008 öffentlich mit dem Gedanken spielt, das Hallenbad zu schließen und Kultur in Werdohl nicht mehr anzubieten und den etablierten Parteien zeigen will, wo es lang geht, muss damit rechnen, dass man vor solchem, für die Stadt kontraproduktivem Handeln warnt!

Wer jedoch Wert auf Angriffe legt, der muss genau so weitermachen und die Menschen in dieser Stadt gezielt verunsichern.

Haushaltsrede 2009 des SPD-Fraktionsvorsitzenden Cornelius Böttcher

Cornelius BöttcherBeim Blick auf Werdohl beobachten wir einen schleichenden Qualitäts- und Bedeutungsverlust auf den unterschiedlichsten Ebenen, im Großen wie im Kleinen, der uns Sorgen macht:

Schließung von Sparkassenfilialen in Pungelscheid, Eveking und am Bahnhof, die Schließung des IG-Metall-Büros am Bahnhof, die drohende Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie in der Stadtklinik, Schließung des Grünabfallplatzes am Riesei, Abstriche bei der Straßenreinigung, eingeschränkter Winterdienst, zunehmender Vandalismus, sinkende Einwohnerzahl, dramatische Finanzlage der Stadt bei besorgniserregender Einkommensstruktur unserer Bürgerschaft und wachsender Armut, unter der vor allem auch Kinder zu leiden haben.

Die Auflistung könnte erweitert werden. Sie zeigt aber auch so schon die ganze Breite des kommunalpolitischen Handlungsbedarfes auf.

Gleichwohl gilt es, sich nicht den Blick für die positiven Entwicklungen zu verstellen, die vielfältigen Initiativen und dem besonderen Einsatz von Werdohlern, Sponsoren, Investoren und der Politik zu verdanken sind:

 Das Mini-Spielfeld Königsburg ist entstanden. Es trägt zur Stärkung des Schulstandortes bei und hat den Freizeitwert des Ortsteils für Kinder und Jugendliche erhöht.

Das Thema Tourismus ist stärker in das Blickfeld geraten. Durch den Beitritt zum Zweckverband Ebbegebirge bieten sich im Zusammenhang mit dem regionalen Wanderweg „Sauerländer Höhenflug“ Perspektiven, die es aktiv weiter zu entwickeln gilt.

Die Kunstrasendiskussion, 2007 von uns angestoßen, führt in diesem Frühjahr noch durch die Gunst des Schicksals und großem Engagement des TuS Versetal und FC Pungelscheid zur Inbetriebnahme eines neuen Kunstrasens und einer Sportanlage, die sich dann in einem neuen ansprechenden Outfit präsentieren wird.

Der Bahnhofserwerb konnte durch Interventionen der Politik mit Hilfe eines großzügigen Sponsors vollzogen werden. Nun muss es weitergehen.

Die Grundschullandschaft ist neu strukturiert. Eine Bildungskonferenz soll Perspektiven zu ihrer Weiterentwicklung aufzeigen.

 Wenn das Projekt Freiheitsstraße 1/Fritz Thomee-Platz abgeschlossen ist, wird die Innenstadt einen deutlichen Attraktivitätszuwachs haben.

Die erheblichen Investitionen hier, aber auch bei der Werdohler Wohnungsgesellschaft und natürlich der Umbau des WK sind deutliche Hinweise auf das feste Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit Werdohls.

Insbesondere Familien mit Kindern müssen im Focus unseres Interesses stehen. Deshalb haben wir den Antrag eingebracht, die städtischen Grundstücke im Baugebiet Düsternsiepen für Familien mit Kindern auch in Erbpacht zu möglichst attraktiven Konditionen anzubieten.

Zu den positiven Erscheinungen zähle ich auch, dass niemand in der Stadt die abstrusen Gedankenspiele der WBG aufgegriffen hat: Bahnhof abreißen, Hallenbad schließen, Kultur abschaffen.

 Von zentraler kommunalpolitischer Bedeutung auch in den nächsten Jahren sind die Finanzen unserer Stadt.

Unsere dramatische Haushaltslage ist hinlänglich bekannt. Die Wirtschaftskrise verstärkt sie. Die neuen Dimensionen erschrecken. Der Tag unserer Zahlungsunfähigkeit ist deutlich näher gerückt.

 Das Land NRW ist nach dem GFG dazu verpflicht, für auskömmliche und in etwa gleiche Lebensbedingungen in den Städten und Gemeinden zu sorgen. Dies soll ein eigens dafür vorgesehenes Ausgleichssystem leisten.

Das tut es aber nicht, denn in der Realität werden die Unterschiede zwischen armen und reichen Städten immer größer. Mit der Folge, dass sich die Lebensverhältnisse in den Gemeinden dramatisch auseinander entwickeln.

Die Landesregierung schaut dieser Entwicklung bisher tatenlos zu. Wir empfinden dies als eine schreiende Ungerechtigkeit. Unsere Beurteilung der Lage und unsere grundsätzlichen Vorstellungen zum kommunalpolitischen Umgang mit ihr, ist von der Werdohler SPD – Fraktion immer klar und deutlich in die Bürgerschaft hinein kommuniziert worden.

 Ich fasse sie in drei Punkten zusammen:

1.   Der Werdohler Haushalt kann in Werdohl nicht ausgeglichen werden. Wir benötigen zusätzliche Hilfen des Landes.

2.   Die Regelungen in der Gemeindeordnung für die Behandlung der Nothaushaltskommunen sind ungeeignet.

3.   Wir brauchen eine Neuregelung des Solidarpakts Ost, woran Nothaushaltsgemeinden nicht mehr als Zahler sondern        als Empfänger beteiligt werden müssen.

 Unsere Schlussfolgerung:

 Egal, wie viel wir sparen und kürzen und Steuern erhöhen, wir befinden uns in einer sich immer schneller drehenden Abwärtsspirale, die wir aus eigener Kraft nicht aufhalten, geschweige denn umkehren können.

Trotzdem: Sparen ja, aber nicht auf Kosten der Lebensqualität und damit Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Städten.

 Es gibt Hinweise für die Annahme, dass hinsichtlich der Kommunalfinanzen in absehbarer Zeit im Lande etwas passieren wird.

1.) Es wird parteiübergreifend davon gesprochen, einen Entschuldungsfonds für Kommunen im Nothaushalt      einzurichten.

2.) Die Regelungen über den „Solidarbeitrag Ost“ – Finanzhilfen nach der Himmelsrichtung und nicht nach der Bedürftigkeit zu verteilen – werden immer öfter infrage gestellt.

3.) Es zeichnet sich ab, dass (u.a. wegen der Auswirkungen des NKF) immer mehr Gemeinden in die sogenannte Haushaltssicherung rutschen, angesichts der aktuellen Finanzkrise schneller als erwartet, was den Druck auf das Land deutlich erhöhen wird.

4.) Die bisherige strenge Linie gegenüber Nothaushaltskommunen, wonach diese weniger für ihre Einwohner tun dürfen als andere, bröckelt. Man lässt sie z.B. am Konjunkturprogramm teilhaben, obwohl die sogenannten Eigenanteile derzeitig nicht erbracht werden können.

 Betrachtet man unsere Position und die wachsende Zustimmung zu ihr im Lande, versteht man, warum wir in der Vergangenheit den sogenannten Konsolidierungskurs unseres BM nicht mittragen konnten. Leider hat er dies der Bürgerschaft gegenüber als gegen ihn persönlich gerichtete Attacken verkauft.

Das hat das Klima deutlich belastet.

 Erinnern wir uns kurz:

 Noch 2007 bezeichnete Herr Bora Sparmaßnahmen wie Schließung von Kinderspiel- und Bolzplätzen, die Anhebung der Ausleihgebühren in der Stadtbücherei, die Reduzierung des Kulturetats und die Verkleinerung der Stadtbücherei als geeignete Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushalts.

„Wenn die Politik solche Überlegungen im Keim erstickt, weiß ich nicht, wie ich die Stadtfinanzen sanieren soll.“, wurde er sinngemäß zitiert.

Die Fraktionen und hier insbesondere die SPD mussten sich vorwerfen lassen, sie würden ihn in seinen Bemühungen um nachhaltige Verbesserungen ausbremsen und ihm Knüppel zwischen die Beine werfen.

Es ist erst ein Jahr her, dass der BM seinem eigenen Haushalt die Zustimmung verweigerte, weil wir, so gab er zu Protokoll, in 4 Punkten anderer Meinung waren als er (Höhe der Gewerbe- und Grundsteuern, Kulturetat, Sitzungsgelder).

 In diesem Jahr bringt er einen Haushalt ein, der exakt diese 4 Punkte enthält, die noch im letzten Jahr der Grund für seine medienwirksame Ablehnung waren. Außerdem macht er sich erstmals eine alte und immer wiederholte Grundposition der Politik zu eigen „Wir dürfen Werdohl nicht kaputt sparen“.

Der BM erkennt heute offenbar an, dass es richtig und notwendig war, ihm immer dann in den Arm zu fallen, wenn er kontraproduktiv die Lebensqualität der Stadt weiter verschlechtern wollte, ohne damit die Finanzprobleme auch nur ansatzweise zu mildern, geschweige denn zu lösen.

Die vom BM jahrelang suggerierte These, man müsse nur endlich richtig sparen, um zu geordneten Verhältnissen zu kommen, erweist sich endgültig als Illusion.

 Hätten Sie, Herr Bora, unsere Position von Anfang an geteilt, wären wir wahrscheinlich auch zu einer anderen Herangehensweise bei der Festsetzung der Kindergartenbeiträge gekommen. Sie hätten den ganzen Rat an Ihrer Seite gehabt. Stattdessen haben Sie sogar gegen das kostenneutrale und mit viel Aufwand und sehr gründlich erarbeitete Elternmodell gestimmt. Dass Sie es hinterher als Positivbeispiel einer „Bürgerkommune“ gefeiert haben, ändert daran nichts.

Welche Folgerungen Sie aus Ihren Fehleinschätzungen gezogen haben, ist Ihrer diesjährigen HH-Rede leider nicht zu entnehmen.

So vermissen wir einen Bericht darüber, was Sie auf Grund der Ratsresolution vom Juni vergangenen Jahres, die all diese Gedankengänge bereits enthielt, über die Anfrage beim StGb hinaus unternommen haben, um auf die dramatische Finanzsituation Werdohls aufmerksam zu machen.

 Wir haben in Ihrer Haushaltsrede auch keine konkreten Hinweise darauf gefunden, wie Sie zukünftig mit dieser sich weiter verschärfenden Situation umgehen wollen.

Es sei denn, Sie wollen Ihre abschließenden Worte als zukunftsweisendes Konzept verstanden wissen.

(Zitat aus eigener Mitschrift)

Diese Stadt hat Zukunft, doch wir sollten uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Wir müssen weiterhin sparen und über Standards sprechen.

 Herr Bora, bei allem Respekt vor Ihrem Amt, mit derartig nichtssagenden und abgenutzten Redensarten können wir nichts anfangen.

 Was für Sie das Wesentliche ist, sagen Sie nicht.

Wo Sie sinnvoll sparen wollen, überlassen Sie der Phantasie Ihrer Zuhörer.

Ob Sie dabei an Ihre Dienstreisen oder Rechtsstreitigkeiten, die Größe Ihres  Dienstwagens, oder an Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger gedacht haben, bleibt Ihr Geheimnis.

Über welche Standards wollen Sie sprechen? Wir erfahren es nicht.

Einmal mehr erweist sich die Worthülse als Ihre stärkste Waffe.

Ihr Pseudoansatz zur Haushaltskonsolidierung klingt gut. Er ist aber nicht gut und bewirken tut er gar nichts.

 Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Dem BM, den Fachbereichsleitern und dem Kämmerer Herrn Schlüter danken wir für ihre fachkundige und geduldige Begleitung unserer sachbezogenen und harmonischen Fraktionsberatungen.

 

Schülersprecher besucht die SPD-Fraktion

Am 05.03.2009 besuchte der Schülersprecher der Albert-Einstein Gesamtschule Frederik Sip gemeinsam mit seiner Mutter Sabine Sip die Schulpflegschaftsvorsitzende der Schule ist, die Sitzung der SPD-Fraktion. Anlass waren die auf verschiedenen Ebenen geführten Diskussion um die Erneuerung der Toilettenanlage der Gesamtschule. Frederik und Sabine Sip machten deutlich, wie wichtig der Schule  und den Schülern die Erneuerung der Anlage ist. Auslöser für das  Gespräch war ein Leserbrief des Schülersprechers. Hier beklagte er, dass die Fraktionsvorsitzenden nicht zu einem Ortstermin am 26.02. erschienen waren. Frau Sip räumte jedoch ein, dass es hier zu einem Missverständnis zwischen Elternpflegschaft und Schülervertretung gekommen sei, da die Fraktionsvorsitzenden nicht eingeladen waren und daher auch keine Kenntnis von dem Ortstermin haben konnten. Gleichwohl verlief das Gespräch in einer sehr angenehmen Atmosphäre und so konnte den beiden Vertretern der Schule das  grundsätzliche Anliegen der SPD-Fraktion,die  Toilettenanlage zu erneuern, vermittelt werden. Cornelius Böttcher wies darauf hin, dass die Dachsanierung der Toiletten schon in diesen Haushalt eingestellt sei. Die weitere Sanierung sei mit Hilfe des Konjunkturpaketes II geplant. Sollte dies aus  fördertechnichen Gründen nicht funktionieren, wird sich die SPD-Fraktion dafür stark machen, die Toilettenanlage in den Etat für das  Jahr 2010 zu bringen. In dem sehr offenen und lebhaften Meinungsaustausch konnte Transparenz zu kommunalpolitischen Entscheidungsabläufen hergestellt werden. Am Ende waren nicht nur alle Missverständnisse ausgeräumt, sondern es kam auch zu interessanten Anregungen von Frau Sip und ihrem Sohn an die Kommunalpolitik, die die SPD Fraktion auf jeden Fall aufgreifen wird.

Albert-Einstein Gesamtschule (AEG), Werdohl

 

Fraktionsveranstaltung mit Dr. Krämer

Die Stärkung der Stadtklinik, der Erhalt der Geburtshilfe/Gynäkologie und die Möglichkeiten einer medizinischen Vollversorgung in Werdohl waren Schwerpunkte einer SPD/FDP – Veranstaltung im März 2008.
Im Schützenhof stellte der bekannte Werdohler Arzt Dr. Krämer das Konzept der damals erst drei Monate alten Ärztegemeinschaft Lennetz vor.
Seit dem sind 10 Monate vergangen, das Thema ist aktueller denn je und an dem Konzept ist weiter intensiv gearbeitet worden.
Werdohls zentrale Lage im Lennetal könne im scharfen Wettbewerb der Krankenhäuser ein Plus sein, würde es zu einer besseren Abstimmung unter den Krankenhäusern im Lennetal kommen, so die Auffassung von Dr. Krämer damals.
Wir wollen wissen, wie sich die Pläne weiterentwickelt haben und welche Chancen auf Erhalt der Gynäkologie in Werdohl die Lennetz sieht?
Deshalb laden SPD und FDP alle Werdohlerinnen und Werdohler zu einer weiteren Informationsveranstaltung mit Herrn Dr. Krämer am 12.02.2009 um 19.00 Uhr in den Schützenhof ein.
Auch Vertreter aus Nachbarstädten und unser Bürgermeister haben ihr Kommen zugesagt.

Stellungnahme der SPD-Fraktion zur Schulpolitik in der Ratssitzung am 10.11.08

In der Hauptausschuss-Sitzung am 27. Oktober 2008 konnte ich noch für meine Fraktion feststellen, dass die schulpolitische Debatte in Werdohl sehr sachlich und mit wenig Polemik geführt wird. Dies ist nun leider seit einigen Tagen nicht mehr der Fall. Da ist die Rede von Intoleranz, Verbissenheit und Ignoranz, schlechtem politischem Stil und immer wieder fällt der Begriff “Schnellschuss”.
Wer das behauptet, hat in der Tat die schulpolitische Diskussion der letzten Jahre nicht mitbekommen. Schon im Hauptausschuss habe ich erläutert, dass,  seit ich den Vorsitz im Schulaussschuss übernommen habe ( und das war 2001) in so gut wie jeder Sitzung das Thema Grundschullandschaft diskutiert wurde. Dabei gab es im Laufe der Jahre die unterschiedlichsten Varianten. Meine Fraktion allerdings hat immer den Gedanken der Verlagerung einer oder beider Bekenntnisschulen aus der Stadtmitte vertreten.
Und zwar nicht etwa, weil wir diese Schulen nicht mögen (in einer so wichtigen schulpolitischen Entscheidung würden wir uns ohnehin kein Geschmacksurteilung erlauben, sondern wir entscheiden auf wohlerwogener sachlicher Basis)  Auch nicht, – wie jetzt behauptet wird – , weil wir die geleistete schulische Arbeit nicht wertschätzen, sondern weil es der einzige Weg zum Erhalt aller 4 Grundschulstandorte ist. Wir sagen klar: Wir wollen eine Grundschule in Ütterlingsen, eine in Kleinhammer,  eine in der Stadtmitte und eine auf der Königsburg, aber nicht zwei an einem Standort.
Das haben wir übrigens auch am 31. August 2006 in der Bildungskonferenz im Beisein von Vertretern der Schulen, Eltern und Kirchen (ich kann Herrn Janikowski gerne eine Teilnehmerliste zukommen lassen) deutlich gesagt. Offenbar sind wir aber bislang mit unserem Standpunkt nicht wahr-  oder besser gesagt -nicht ernst genommen worden. Vermutlich baute man darauf, dass wir auf lange Sicht für unsere Haltung keine Mehrheit haben würden.
Nun kommen aber einige weitere Faktoren hinzu: sinkende Schülerzahlen, fehlende Schullleiter und die immer schwierigere finanzielle Situation unserer Stadt.
Schon 2006 hat der Rat  gegen die Stimmen der SPD beschlossen,  sich ein überflüssiges Schulgebäude noch weitere 2 Jahre zu leisten. Schon damals hätten die Werdohler Grundschüler in vier Gebäude gepasst. Nun muss endlich entschieden werden.
Das sieht mittlerweile außer uns auch der Bürgermeister und die FDP-Fraktion so. Dass sich die CDU mit dieser Entscheidung so zu Beginn des Kommunalwahlkampf noch schwer tut, ist aus unserer Sicht verständlich.
Die Lösung der Dringlichkeitsentscheidung ist jedoch die einzig vernünftige. Was sollte eine weitere Bildungskonferenz an neuen Erkenntnissen bringen? Die Situation ändert sich dadurch nicht, eine Entscheidung muss getroffen werden, auch wenn man es – wie meistens in der Politik und  im Leben – nicht allen Recht machen kann. Es gibt aber mittlerweile auch Stimmen unter den Eltern dieser Stadt, die nicht nur Verständnis für unsere Entscheidung haben, sondern auch die Vorteile sehen, die darin – und zwar nicht nur für die evangelische Gundschule – liegen. Warum sollte man die Eltern in unserer Stadt weiter im Unsicherheit und Unklarheit lassen?
Die SPD-Fraktion spricht sich daher gegen eine erneute Bildungskonferenz aus und bleibt bei der getroffenen Entscheidung.