Auf der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause musste der Rat der Stadt Werdohl darüber entscheiden, welche Schulform in Zukunft in unserer Stadt angeboten wird. Auf Grund der sinkenden Schülerzahlen kann am Ende nur eine weiterführende Schule überleben. Nach dem Fehlstart des „Zweckverbandes Gesamtschule Werdohl-Finnentrop“ wurde der Rat der Stadt von der Bezirksregierung gezwungen eine Entscheidung für eine Schulform zu treffen. Diese Entscheidung fiel nun auf der letzten Ratssitzung.

Die Abstimmung ergab 21 Stimmen für die Gesamtschule und 9 Stimmen für die Realschule. Es war keine leichte Entscheidung, da es das Aus für eine Schule bedeutet. Vor der Abstimmung gaben alle Fraktionsvorsitzenden eine Erklärung zu ihren Abstimmungsverhalten ab.

Erklärung des SPD Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Jansen

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen im Rat, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrte Vertreter der beiden Schulen, liebe Schüler,

nach den Vorankündigungen der einzelnen Fraktionen scheint sich ja gleich eine Mehrheit für den Erhalt der Albert-Einstein-Gesamtschule abzuzeichnen. Auch wir als SPD-Fraktion werden dafür stimmen. Wir haben uns nicht gegen die Realschule entschieden, sondern für eine Schulform, an der alle Bildungsabschlüsse bis hin zum Abitur möglich sind. Mit dem System Gesamtschule erhalten wir ein zukunftssicheres Schulangebot mit allen Chancen für alle Schüler.

Monatelang haben wir im Arbeitskreis Schule als SPD mit den anderen Fraktionen sehr konstruktiv an einer Lösung für beide Schulen gearbeitet. Nach dem Fehlstart des „Zweckverbandes Gesamtschule Werdohl-Finnentrop“ wurden wir von der Bezirksregierung gezwungen eine Entscheidung für eine Schulform zu treffen.

Wir als SPD-Fraktion haben unsere Entscheidung gut überdacht und alle Aspekte im Vorfeld divers und teilweise auch kontrovers diskutiert. Wir verlieren in unserer Stadt mit der Realschule ja eine gute Schule. Erst am Freitag haben 68 Zehntklässler ihre Entlassfeier gehabt. 38 Schüler verlassen die Schule mit dem Qualifikationsvermerk und können das Abitur anstreben. Es wäre doch ein schönes Zeichen, wenn sich ganz viele dieser Schüler entscheiden würden, das Abitur an der Gesamtschule Werdohl zu machen. Denn am gleichen Tag wurden in der Gesamtschule 32 junge Frauen und Männer mit dem Abiturzeugnis im mittlerweile 20. Abiturjahrgang verabschiedet. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Großen Respekt zollen wir der CDU-Fraktion für ihre Entscheidung, das von ihr durchgeführte Verfahren und den Weg, den sie gegangen sind. Aber auch die beiden anderen Fraktionen WBG und FDP haben sich nach gründlichen Überlegungen für ihre Voten entschieden. Doch es ist und bleibt eine politische Entscheidung, die alle Ratsfraktionen treffen müssen. Unser Augenmerk liegt jetzt auf der Leitung und dem Kollegium der Gesamtschule, das Beste aus der heutigen Entscheidung für ihre Albert-Einstein-Gesamtschule zu machen. Aber auch an die Eltern der zukünftigen 5-Klässler gilt unser Appell durch die Anmeldung ihrer Kinder die Zukunft der Gesamtschule zu stärken, da mit der heutigen Entscheidung ja Klarheit und Sicherheit herrscht.

Ein persönliches Wort als Vorsitzender des Schulausschusses sei mir noch erlaubt. Ich möchte mich bei allen Beteiligten noch einmal für die sachliche Diskussion in der Schulausschusssitzung am 3.6. bedanken, in der alle Aspekte auch durch die Teilnahme der 3 Vertreter der Bezirksregierung diskutiert worden sind.

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